Der beste Freund,
den ein Mensch auf der Welt hat, kann sich eines Tages gegen ihn wenden und
sein Feind werden.
Sein Sohn oder seine Tochter, die er mit liebender Fürsorge aufgezogen hat,
können ihn undankbar verlassen.
Menschen, die uns am nächsten stehen, denen wir unser Glück und unseren guten
Namen in die Hände legen, können zu Verrätern werden.
Das Geld, daß ein Mensch erworben hat, kann ihm genommen werden,wenn er es am
nötigsten braucht.
Der Ruf eines Mannes kann durch eine einzige unbedachte Handlung für immer
verloren sein.
Die Menschen, die uns bewundernd umschwärmen, wenn wir erfolgreich sind, können
die ersten sein, die Steine werfen, wenn der Schatten des Unglücks unser Leben
verdunkelt.
Der einzige gänzlich selbstlose Freund den ein Mensch in dieser selbstsüchtigen
Welt finden kann, der einzige, der ihn nie verlassen, der einzige der nie
undankbar, nie falsch und verräterisch sein wird, ist sein Hund.
Eines Menschen
Hund bleibt bei ihm in Reichtum und Armut, in Gesundheit und Krankheit.
Er schläft auf dem kalten Boden, wenn die eisigen Winterwinde blasen und den
Schnee vor sich hertreiben, wenn er nur nicht von der Seite seines Meisters
weichen muß.
Er küsst auch die Hand die ihm kein Futter mehr reichen kann, er leckt die Wunden
und Beulen die eine rauhe Welt uns zugefügt hat.
Er bewacht den Schlaf eines Bettlers als wäre er ein Prinz.
Wenn uns auch alle
unsere menschlichen Freunde verlassen, der Hund bleibt da.
Wenn unser Wohlstand zerfällt, unser guter Ruf dahingeht, bleibt er unverändert
in seiner Liebe wie die Sonne die täglich neu ihren Bogen am Himmel beschreibt.
Wenn es das Unglück will, daß der Meister zum Ausgestoßenen wird, ohne Freund
und ohne Heim, verlangt der treue Hund nichts weiteres, als ihn begleiten zu
dürfen, um ihn vor Gefahren zu beschützen und gegen seine Feinde zu kämpfen.
Kommt einmal die
letzte Stunde heran, wo der Tod den Meister in Gewahrsam nimmt und sein Körper
in die kalte Erde vergraben wird, dann wird man den edlen Hund beim Grabhügel
finden.
Auch wenn alle anderen Freunde ohne aufzumerken daran vorbeigehen, der Hund
wird dort bleiben, seine Kopf zwischen die Pfoten gelegt, seine Augen traurig
doch offen in Wachsamkeit verläßlich und treu auch im Tode.
Aus einem Plädoyer von US Senator George Vest vor einem Gericht in Missouri,
daß über den Totschlag eines Hundes zu befinden hatte